FESTwort

»Terrorist*innen und Politiker*innen aller Lager schaffen zunehmend ein Theater der Angst, in dem wir nicht mit einer konkreten Gefahr, sondern mit möglicher Gefahr konfrontiert sind. Das hat Konsequenzen - für uns persönlich und für die Art und Weise, wie wir unsere Gesellschaft gestalten.«

Die allgegenwärtige Inszenierung von Angst und Ängsten, wie der Künstler Dries Verhoeven sie im einleitenden Zitat erwähnt, hat nicht nur enormen Einfluss auf jede*n Einzelne*n von uns, sie wirkt sich auch in fundamentaler Weise auf unsere Gesellschaft aus: die Idee von Demokratie gerät ins Wanken, Wahrheit und Fiktion werden in einem diffusen Nebel der Austauschbarkeit zu verhandelbaren Größen. Geschürte Ängste treffen das emotionale Herz von Gesellschaft wie ein effektvoller Theaterdonner; reale Bedrohungen mit dramatischen Konsequenzen hingegen schaffen es oftmals nur auf die Hinterbühnen des globalen Theaters der gesellschaftlichen Emotionen.

Die Wiener Festwochen 2018 wollen sich weder anmaßen, die Welt zu verstehen, noch sie zu erklären. Wir vertrauen auf die Kraft der Kunst und der Künstler*innen, die uns sowohl einen anderen Blick auf unser Leben und unsere Umwelt zeigen, als auch immer eine Ahnung einer anderen, möglichen Welt vermitteln. Durch den Spiegel der Kunst gelingt es Utopien zu entwickeln; sie gibt den nötigen Mut tradierte Normen geistig wie emotional abzulegen, sich dem Diktat des Rationalen und den Mechanismen von Wahrnehmung zu widersetzen -und sie entführt und in den Bereich des Unsagbaren, der Magie.

Fünf Wochen lang werden uns Künstler*innen aus allen Teilen der Welt in Uraufführungen, Koproduktionen und Gastspielen dazu anregen, mit einem anderen Blick die Welt in ihrer Komplexität zu erfassen und zu begreifen. In so unterschiedlichen Genres wie Theater, Musiktheater, Performance, Bildender Kunst, Musik, Medienkunst und Film wird uns die Kunst auch inspirieren, von einer neuen, anderen Welt nicht nur zu träumen.

Wir freuen uns auf anregende
und im besten Sinne des Wortes
aufregende fünf Wochen mit Ihnen,

Ihr Tomas Zierhofer-Kin

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